
Wer nach virtuellen persönlichen Assistenten in deutscher Sprache sucht wird schnell feststellen, dass die Auswahl eher bescheiden ist. Neben dem deutschen Angebot des indischen Anbieters GetFriday ,dem deutschen Anbieter Strandschicht und einigen kleineren Anbietern und Plattformen gibt es seit wenigen Tagen, einen weiteren Mitspieler auf dem deutschsprachigen Markt. Es handelt sich dabei um FreeDays. Inspiriert durch Die Die 4-Stunden-Woche von Timothy Ferriss wurde FreeDays von Julia Brötz am 01.05.2010 gegründet und ist seit wenigen Tagen online.
Ich habe mit Frau Brötz ein Interview geführt und Sie gebeten Ihnen FreeDays kurz vorzustellen.
1. Liebe Frau Brötz, bitte stellen Sie sich kurz vor.
Mein Name ist Julia Brötz. Ich bin gelernte Fremdsprachenassistentin und habe zuletzt als Assistentin der Geschäftsführung gearbeitet, Sie sehen also, ich bin im Assistenzbereich zu Hause. Ich wohne inLimburg an der Lahn , einem kleinen Städtchen zwischen Köln und Frankfurt, jedoch spielt der Wohnort in unserem Job keine wirkliche Rolle. Ich spiele Theater, liebe es zu segeln und meine ganz besondere Leidenschaft liegt im Reisen, dem Entdecken fremder Länder und Kulturen.
2. Was genau verbirgt sich hinter FreeDays?
Sie hören das Rauschen des Meeres, spüren die warmen Strahlen der Sonne auf Ihrer Haut, eine leichte Brise fegt über Sie hinweg. Sie sind in der Karibik, tippen noch schnell eine letzte E-Mail an Ihre virtuelle Assistentin und widmen sich dann wieder ganz Ihrem Cocktail. Das klingt wie ein Traum? Es muss kein Traum sein! DurchFreeDays, unseren VPA -Service ist das jetzt möglich. Der Unternehmer befreit sich von seinen administrativen organisatorischen Aufgaben um wieder Zeit für das Wesentliche zu haben: seine Familie, sein Hobby und natürlich für sein Geschäft.
3. Wie sind Sie darauf gekommen sich selbständig zu machen und FreeDays zu gründen?
Die Idee entstand vor ungefähr einem Jahr, ich bin durch Zufall auf das Buch Die 4-Stunden-Woche gestoßen und über den Begriff „virtuelle Assistenz“ gefallen. Da ich selbst Assistentin bin, habe ich danach einmalgegoogelt und interessante Foren gefunden, in denen sich Unternehmer darüber austauschen, dass es einen solchen Service derart noch nicht in Deutschland gibt. Die Idee war zwar geboren, jedoch zogen noch einige Monate ins Land. Mehr oder weniger durch Zufall fand ich meine ersten beiden Kunden und machte die Erfahrung, dass die Idee der virtuellen Assistenz wirklich gut ankommt und habe den Schritt gewagt und die FirmaFreeDays zum 1. Mai 2010 gegründet.
4. Welche Arbeiten kann FreeDays übernehmen?
Wir konzentrieren uns auf 4 Hauptbereiche: Assistenz, Vertrieb und Marketing, Buchhaltung und Design.
Im Assistenzbereich sind es die ganzen Klassiker: Termine vereinbaren, Reisen buchen, Präsentationen vorbereiten und auch ein ganz großer und wichtiger Teil das Verfassen von Texten undContent für Blogs und andere Zwecke und ausführliche Recherchen zu den unterschiedlichsten Themen.
Im Vertrieb und Marketing helfen wir bei der Kundenakquise und beim Social Media Marketing.
Buchhaltung in allem was Belege, Konten, Zahlungen angeht.
Im Bereich Design arbeitet eine Grafikerin und erstellt Logos, Prospekte, Flyer und Broschüren.
Darüber hinaus wird der Service durch einen Erreichbarkeitsservice ergänzt. Wir wollen nicht nur ausführen, sondern unsere Kunden komplett entlasten und Telefonservice trägt einen wichtigen Teil dazu bei.
5. Wie läuft die Zusammenarbeit mit FreeDays ab?
Die Zusammenarbeit läuft komplett „virtuell“ ab. Man erreicht uns per Telefon, Skype oder E-mail. Der Kunde beschreibt seine Aufgabe mit ungefährer Zeitvorstellung und Deadline. Der VPA aus dem entsprechenden Bereich bearbeitet den Job, das ganze wird noch einmal überprüft und der Kunde erhält seine Ergebnisse.
Die Arbeitszeit wird mit einem Time Management Tool minutgenau erfasst, der Kunde kann jederzeit eine Auswertung darüber erhalten und die Zeiterfassung dient der Berechnungsgrundlage.
6. Woher kommen eure VPA´s und wo arbeiten sie?
Unsere VPAs sind alle deutsche Muttersprachler! Sie kommen aus den unterschiedlichsten Ecken aus Deutschland und eine Mitarbeiterin ist ausgewandert und ist gerade in Afrika. Das größte Glück sind meine Mitarbeiterinnen, die jede auf ihre Art perfekt ist und vollen Einsatz bringt. Ohne die virtuellen Assistenten, die das Herz des Unternehmens sind, wäreFreeDays nicht das, was es ist.
7. Was unterscheidet FreeDays von den Konkurrenzangeboten?
Wir unterscheiden uns erstmal darin, dass wir nur mit deutschen Muttersprachlern zusammen arbeiten. Unsere Mitarbeiter sprechen daher perfektes und akzentfreies Deutsch, was gerade im Kontakt zu Geschäftspartner für unsere Kunden sehr wichtig ist.
Wir bearbeiten nicht nur einfache Assistenzaufgaben, sondern machen aufwendige Recherchen, unterstützen im Vertrieb, bauen ein Social Media Marketing auf, organisieren die Buchhaltung, erstellen Grafiken und Designs und gehen ans Telefon, wenn unser Kunde nicht gestört werden will. Wir decken das komplette Programm der Unterstützung imOffice Management ab.
Jeder neue Kunde wird von uns genau beraten, welche Möglichkeiten er hat und wie wir ihn am besten unterstützen könnten. Jeder Kunde ist sehr individuell und wir passen uns bestmöglich flexibel an seine Vorstellungen an.
8. Was kostet der Service von FreeDays?
Wichtig war uns von Anfang an eine klare Preisstruktur. Für die Bereiche Assistenz und Vertrieb / Marketing zahlt der Kunde 15 19 EUR pro Stunde. Für Buchhaltung Social Media Marketing und Design 20 24 EUR, Design 29 EUR. Der Telefonservice kostet 1,50 EUR pauschal pro Rufannahmen. Bei unserem Service gibt es keine versteckten Kosten oder Grundgebühren. Der Kunde zahlt nur das, was er auch wirklich verbraucht.
9. Gibt es für Neukunden die Möglichkeit FreeDays zu testen?
Wir bieten unseren Kunden an, dass Sie uns eine erste Testaufgabe von einer Stunde geben können, die wir dann bearbeiten und der Kunde zahlt nur, wenn er auch wirklich zufrieden ist.
10. Welche Zielgruppe spricht Freedays an?
Unsere Zielgruppe ist sehr vielfältig: kleine und mittelständische Unternehmen, Coaches und Berater, Infomarketer, die viel Content erzeugen müssen, aber auch große Unternehmen, die kurzfriste Unterstützung in Projekten benötigen. Wir arbeiten mit einem großen Konzern aus der Spielzeugbranche zusammen, der gerne auf unseren Service bei personalen Engpässen zurückgreift.
Die Idee Sachen zu delegieren und an virtuelle Assistenten outzusourcen ist doch noch recht neu und unbekannt, man kann jedoch sagen, dass sowohl jeder Unternehmer, Freiberufler, jedes Unternehmen an sich und auch der Privatmann ausFreeDays seinen Nutzen ziehen kann.
11. Ihr steht noch ganz am Anfang. Welche Maßnahmen werdet Ihr ergreifen um FreeDays bekannt zu machen.
Da wir virtuell sind, konzentrieren wir uns auch sehr auf das Internet. Präsenz in allen gängigen Portalen, der Dialog mit dem Kunden, Netzwerken beiXing und Facebook, Social Bookmarks, das Bekanntmachen unserer Website und Traffic erzeugen.
Trotz der ganzen Virtualität ist mir der persönliche Kontakt zum Kunden sehr wichtig, daher wird man mich in Zukunft auf vielen Messen und Veranstaltungen finden.
12. Wo sehen Sie FreeDays in 3 Jahren
Mein ganz großes Ziel mit FreeDays ist es nicht nur bundesweit, sondern europa- oder weltweit zu arbeiten. Der Service lässt sich ideal auch auf andere Länder übertragen. Durch meinen Aufenthalt in Brasilien von einem Jahr und durch die das große Interesse an fremden Ländern, habe ich natürlich auch den Wunsch einmal international zu arbeiten. Schauen wir mal, wohin der Weg führt.
13. Welchen Tipp würden Sie Selbständigen geben die nach einem VPA suchen?
Es ist sehr wichtig, dass Sie das Tätigkeitsfeld und die Anforderungen an ihren VPA genau beschreiben. Dann muss natürlich, wie es bei Menschen immer ist, auch die persönliche Chemie stimmen und man ist idealerweise auf einer Wellenlänge, denn nur so kann man das Vertrauen aufbauen und Aufgaben aus seinem Geschäft beruhigt delegieren.
14. Welchen Tipp würden Sie Menschen geben die mit dem Gedanken spielen sich selbständig zu machen?
Erst einmal denke ich, dass man der Typ dafür sein muss, Unternehmer zu werden, das ist sicher nicht jeder.
Man sollte aus vollster Überzeugung ein Unternehmen gründen und mit großer Leidenschaft und Power hinter dem Projekt stehen. Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass ich seitFreeDays jeden Morgen voll neuem Tatendrang aufstehe und mit der größten Zufriedenheit an meinem eigenen Unternehmen arbeite. Das ist für mich beruflich das wirklich größte Glück!
15. Sie haben Die 4-Stunden-Woche
gelesen. Wie wenden Sie das Konzept des Lifestyle Design für sich selber an?
Ich halte mich gar nicht so sehr an der Vorstellung nur noch 4 Stunden die Woche zu arbeiten fest. Die Faszination an der 4-Stunden-Woche ist für mich persönlich die Vision von jedem Ort der Welt aus arbeiten zu können, nicht mehr an einen Schreibtisch und ein Büro gefesselt zu sein, sondern eben genau den gleichen Job aus der Hängematte in der Karibik machen zu können. Das ist für michLifestyle und eine ganz neue Arbeitskultur und ich freue mich schon auf die weitere technische Entwicklung, die das immer leichter macht und auf meinen ersten Arbeitstag vom Strand aus.
Mein persönliche Meinung
Ich persönlich finde virtuelle Assisten sehr Interessant und habe auch kein Problem damit ausgewählte Aufgaben auch von Assistenten in Indien oder sonst-wo auf der Welt erledigen zu lassen. Es gibt aber sicher viele Selbständige die genau damit ein Problem haben. In diesem Punkt liegt auch der große Vorteil vonFreeDays. Meines Wissens ist FreeDays bisher der einzige Anbieter, der mit deutschen Muttersprachlern zusammenarbeitet. Abgesehen von der Sprache sehe ich noch einen weiteren Vorteil. Deutsche Muttersprachler kennen den deutschen Markt sowie die Mentalität und Bedürfnisse der deutschen Kunden sicher besser als ihre ausländischen Kollegen. Das wird für potentielle Kunden sicher ein gutes Argument sein sich fürFreeDays zu entscheiden und das Vertrauen zu den VPA´s erhöhen. Es versteht sich von selbst, dass FreeDays preislich nicht mit englischsprachigen Anbieter in Indien mithalten kann. Dennoch finde ich die Preise durchaus fair und die Preisstruktur ist übersichtlich ohne versteckte Kosten. Wenn man auf die deutsche Muttersprache der VPA´s aber verzichten kann so wird Strandschicht oder GetFriday schnell günstiger da diese Anbieter eine Preisstaffelung haben. Je mehr Stunden man in Anspruch nimmt desto günstiger wird es. Dabeimuß man jedoch auch bedenken, dass das Angebot von FreeDays über die klassischen Assistenzleistungen hinausgeht.
Als Besonderheit würde ich den Telefonservice hervorheben. Der ist bei VPA-Dienstleistern eher nicht zu finden. Besonders Interessant finde ich den Pauschalpreis von € 1,50 pro Anruf (Einmalige Einrichtungsgebühr € 49) Meines Wissens gibt es keinen anderen Anbieter mit einem Pauschalpreis. Man muß natürlich beachten wie lange ein durchschnittlicher Anruf dauert. Dann ist es ein Rechenspiel welcher Anbieter hier der günstigste ist. Einen Vergleich anderer Anbieter finden Sie hier.
Fazit
Wer auf akzentfreies Deutsch, oder sogar die Deutsche Sprachen ansich verzichten kann, der wird, was die klassischen Assistenzleistungen angeht, sicher günstigere Anbieter finden. Für diejenigen die gerne alles aus einer Hand und in akzentfreier deutscher Sprache haben wollen ist FreeDays sicher ein interessantes Angebot. Ich bin gespannt wie wie sich FreeDays entwickeln wird.
Ich werde FreeDays in Zukunft sicher einmal testen und über meiner Erfahrungen hier berichten.
Ich danke Frau Brötz für das Interview und wünsche Ihr mit FreeDays viel Erfolg.
Weitere Tipps und Ressourcen rund um das Thema Outsourcing finden Sie hier.
Hier können Sie mehr darüber lesen wie Sie virtuelle Assistenten für sich nutzen können.
Bild: Club Med for Office Supplies by lantzilla




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